Gericht/Institution:Hessisches Landessozialgericht
Erscheinungsdatum:19.12.2018
Entscheidungsdatum:27.11.2018
Aktenzeichen:L 2 R 247/18
Quelle:juris Logo

Keine Rentenerhöhung für ehemaligen Torwart

 

Das LSG Darmstadt hat im Fall eines ehemaligen Torwarts, der die Beschäftigung bei einem Fußballclub als Pflichtbeitragszeit anerkannt bekommen möchte, entschieden, dass der Versicherte die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen durch den Fußballclub nicht glaubhaft gemacht hat.

Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor dem 01.01.1973 sei als Beitragszeit anzuerkennen, wenn der Versicherte glaubhaft mache, dass hierfür entsprechende Beiträge gezahlt worden seien. Der Verweis darauf, dass der Arbeitgeber stets seine sozialversicherungsrechtlichen Pflichten eingehalten habe, genüge für eine glaubhafte Beitragszahlung allerdings nicht. Dies gelte auch bei einem in der Öffentlichkeit stehenden Arbeitgeber, so das Landessozialgericht.

Ein nunmehr 75-jähriger ehemaliger Fußballprofi war in den Jahren 1969 bis 1972 Torwart eines renommierten Fußballclubs. Den Antrag des Fußballspielers auf Berücksichtigung dieser Tätigkeit als Pflichtbeitragszeit lehnte die Deutsche Rentenversicherung bereits im Jahr 2008 ab. Die Versicherungskarte enthalte insoweit keine Eintragungen und die Krankenversicherung habe eine rentenversicherungsrechtliche Meldung nicht bestätigt. Im Jahr 2015 beantragte der ehemalige Fußballprofi bei der Rentenversicherung, die Entscheidung zu überprüfen. Er verwies darauf, dass seine Tätigkeit als Torwart vom Fußballclub bescheinigt worden sei und auch aus diversen Zeitungsartikeln hervorgehe. Die Rentenversicherung verwies jedoch darauf, dass entsprechende Beitragszahlungen nicht nachgewiesen seien.

Das LSG Darmstadt hat der Rentenversicherung Recht gegeben.

Nach Auffassung des Landessozialgerichts ist zwar davon auszugehen, dass der ehemalige Fußballspieler in den Jahren 1969 bis 1972 als Torwart versicherungspflichtig tätig gewesen ist. Entsprechende Beitragszahlungen seien jedoch nicht glaubhaft gemacht. Der ehemalige Fußballspieler habe insoweit keine Abrechnungen vorgelegt. Auch sein damaliger Fußballclub habe nicht bescheinigt, für ihn Sozialversicherungsbeiträge gezahlt zu haben.

Der Fußballspieler könne sich ferner nicht erfolgreich darauf berufen, dass der Fußballclub in der Vergangenheit stets seine Arbeitgeberpflichten beachtet habe. Insbesondere gebe es keine rechtlich anerkennenswerte Vermutung, dass ein in der Öffentlichkeit stehender Arbeitgeber stets seinen sozialversicherungsrechtlichen Beitragspflichten ordnungsgemäß nachkomme.

Die Revision wurde nicht zugelassen.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des LSG Darmstadt Nr. 14/2018 v. 19.12.2018


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