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Gericht/Institution:VG Hannover
Erscheinungsdatum:04.09.2019
Entscheidungsdatum:03.09.2019
Aktenzeichen:7 A 7146/17
Quelle:juris Logo

Unzulässige Produktplatzierung in RTL-Serie "Alles was zählt"

 

Das VG Hannover hat entschieden, dass eine an den Sender RTL gerichtete Beanstandungsverfügung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt wegen Produkplatzierung teilweise rechtmäßig ist.

Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hatte beanstandet, dass RTL mit der Ausstrahlung der Folge Nr. 1988 der Vorabendserie "Alles was zählt" am 08.08.2014 gegen Vorschriften des Rundfunkstaatsvertrages (RStV) verstoßen habe, indem die Produktplatzierung eines Haarpflegemittels zu stark herausgestellt worden sei.

Das VG Hannover hat die Klage von RTL gegen die Beanstandungsverfügung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) teilweise abgewiesen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts liegt Produktplatzierung vor, weil u.a. in einer Bildfolge das Werbeplakat für das Produkt ca. ein Dutzendmal teilweise bildausfüllend zu sehen war. Die Präsentation des Produkts habe in einer dreiminütigen Sequenz der Episode eindeutig und zu sehr im Mittelpunkt gestanden.

Soweit die NLM darüber hinaus RTL vorgeworfen hatte, mit dieser Produktplatzierung auch ihre eigene redaktionelle Verantwortung und Unabhängigkeit beeinträchtigt zu haben, hat das Verwaltungsgericht der Klage von RTL demgegenüber stattgegeben und die Beanstandungsverfügung insoweit aufgehoben.

Die Forderung der NLM, der Rundfunkveranstalter müsse von Anfang an in eine Auftragsproduktion mit Produktplatzierung eingebunden sein und dieses auch nachweisen können, sei zu weitgehend. Es genüge eine Schlussabnahme der Produktion, die RTL auch rechtzeitig vor der Ausstrahlung gewährleistet habe.

Soweit das Verwaltungsgericht der Klage stattgegeben hat, hat es wegen grundsätzlicher Bedeutung die Berufung an das OVG Lüneburg zugelassen. Soweit die Klage abgewiesen worden ist, steht der unterlegenen Klägerin als Rechtsmittel der Antrag auf Zulassung der Berufung zu.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des VG Hannover v. 03.09.2019



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