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Gericht/Institution:Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Erscheinungsdatum:11.08.2020
Quelle:juris Logo

Forscherteams erhalten weitere EU-Förderung für Covid-19-Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffe

 

Die Europäische Kommission wird 23 neue Forschungsprojekte zur Bekämpfung der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit 128 Millionen Euro unterstützen.

An 14 der 23 Projekte nehmen 39 Partner aus Deutschland teil. Insgesamt werden 347 Forscherteams aus 40 Ländern gefördert. Die Finanzierung erfolgt über "Horizont 2020", das Forschungs- und Innovationsprogramm der EU. Sie ist Teil der Zusage der Kommission von Präsidentin von der Leyen im Mai 2020, 1,4 Mrd. Euro für die Initiative zur weltweiten Corona-Krisenreaktion bereitzustellen.

Die Forschungsförderung ergänzt die bisherigen Maßnahmen zur Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen. Über die Förderung können medizinische Technologien und digitale Werkzeuge entwickelt, das Verständnis der sozioökonomischen Auswirkungen der Pandemie verbessert und mithilfe großer Patientengruppen (Kohorten) in ganz Europa Erkenntnisse gewonnen werden. Die Forschungsmaßnahmen ergänzen frühere Bemühungen um die Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen.

Die Kommission handelt derzeit mit den ausgewählten Forschungseinrichtungen Finanzhilfevereinbarungen aus. Die neuen Projekte:
• Neuausrichtung der Produktion für die rasche Herstellung lebenswichtiger medizinischer Ausstattung und Ausrüstung für Erprobung, Behandlung und Prävention – beispielsweise durch Spritzgießen und additive Fertigung (3-D-Druck), anpassungsfähige Produktions- und Lieferkettenmethoden – sowie Neuausrichtung der Produktion als Dienstleistungsnetz zur schnellen Reaktion.
• Entwicklung medizinischer Technologien und digitaler Instrumente zur besseren Erkennung, Überwachung und Patientenversorgung – beispielsweise durch die Entwicklung neuer Geräte für schnellere, kostengünstigere und einfachere Diagnosen (auch aus der Ferne) sowie neuer Technologien zum Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen.
• Analyse der verhaltensbezogenen und sozioökonomischen Auswirkungen der Reaktion des Staates und der öffentlichen Gesundheitssysteme – beispielsweise für die psychische Gesundheit, einschließlich geschlechtsspezifischer Aspekte bei Risikofaktoren und der sozioökonomischen Belastung – um gesamtheitliche Leitlinien für politische Entscheidungsträger und Gesundheitsbehörden entwickeln zu können auf künftige ähnliche Ereignisse besser vorbereitet zu sein.
• Erkenntnisse aus großen Patientengruppen (Kohorten) durch Vernetzung bestehender Kohorten in der EU und darüber hinaus, um ihre Exposition gegenüber bestimmten Risikofaktoren zu bewerten und so die möglichen Krankheitsursachen besser zu verstehen, um besser auf das Virus und andere künftige Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit reagieren zu können.
• Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen bestehenden Kohorten auf EU- und internationaler Ebene durch Vernetzung von Forschungseinrichtungen, die Daten zur Patientenversorgung sammeln, um Studien zu den Merkmalen der Patienten, den Risikofaktoren, der Sicherheit und Wirksamkeit von Behandlungen und möglichen Strategien gegen das Coronavirus zu ermöglichen.

Hintergrund

Bei dieser zweiten dringenden Aufforderung zur Interessenbekundung, die von der Kommission am 19.05.2020 veröffentlicht wurde, hatte die Forschungsgemeinschaft knapp vier Wochen Zeit, gemeinsame Projekte vorzubereiten. Die Forschungsgemeinschaft hat sich rasch mobilisiert. Die Bewertung der Forschungsvorschläge wurde durch die Einbindung unabhängiger Experten beschleunigt, sodass die Kommission eine Reihe von Projekten von herausragender wissenschaftlicher Qualität und einer hohen potenziellen Wirkung in die engere Wahl ziehen konnte. Obwohl die Finanzierung von einem endgültigen Beschluss der Kommission und der Unterzeichnung der Horizont-2020-Finanzhilfevereinbarung abhängt, können die Forschungsteams ihre Arbeit bereits aufnehmen.

Viele der 23 Projekte, die in die engere Wahl gekommen sind, haben eine internationale Dimension über die EU und die assoziierten Länder hinaus; dabei sind 34 Organisationen aus 16 Ländern außerhalb der EU beteiligt: mit dem Programm Horizont 2020 assoziierte Länder (Bosnien-Herzegowina, Israel, Norwegen, Serbien, die Schweiz und die Türkei) und sonstige Drittländer (Argentinien, Australien, Brasilien, Gabun, Indien, Kolumbien, Kongo, Korea, Südafrika und die Vereinigten Staaten).

Diese neue Aufforderung im Rahmen von Horizont 2020 ergänzt frühere Maßnahmen, mit denen 18 Projekte zur Entwicklung von Diagnostik, Therapien, Impfstoffen und zur Vorbereitung auf Epidemien mit 48,2 Mio. Euro gefördert wurden, ferner acht Projekte zu Diagnose und Behandlung, die über die Initiative Innovative Arzneimittel mit 117 Mio. Euro unterstützt wurden und Maßnahmen zur Unterstützung innovativer Ideen, die über den Europäischen Innovationsrat auf den Weg gebracht wurden. Sie trägt auch dazu bei den Aktionsplans ERA vs. Corona umzusetzen, der aufgrund eines Austausches zwischen der Kommission und den nationalen Institutionen erstellt wurde.

Quelle: EU-Aktuell v. 11.08.2020



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