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Gericht/Institution:Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Erscheinungsdatum:20.10.2020
Quelle:juris Logo

Corona-Krise: EU-weites System zum Austausch von nationalen Warn-Apps startet

 

Nach einer erfolgreichen Pilotphase ging am 19.10.2020 das EU-weite System für Interoperabilität von Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps in Betrieb.

Es verknüpft eine erste Reihe nationaler Apps miteinander: Deutschlands "Corona-Warn-App", Irlands "COVID tracker" und Italiens "Immuni"; in der kommenden Woche folgen weitere Apps. Angesichts nun wieder steigender Fallzahlen soll dieser "Datenabgleichsdienst" das große Potential der Apps, die Übertragungsketten zu durchbrechen, noch weiter ausschöpfen.

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die meisten Mitgliedstaaten beschlossen, eine Kontaktnachverfolgungs- und Warn-App herauszubringen. Insgesamt können 18 derartige Apps, die auf dezentralen Systemen beruhen, über den Datenabgleichsdienst interoperabel funktionieren. Dazu können sie nach einem bestimmten Protokoll, das mehrere Tests und Kontrollen vorsieht, und nachdem jede App aktualisiert wurde, an den Dienst angebunden werden. Die zweite Gruppe von Apps wird nächste Woche angebunden. Dann dürften sich Tschechiens "eRouška", Dänemarks "Smitte stop", Lettlands "Apturi COVID" und Spaniens "Radar Covid" anschließen; im November 2020 werden sich weitere Apps an das System anbinden. Einen Überblick über die teilnehmenden Mitgliedstaaten finden Sie auf der eigens eingerichteten Website .

Der Dienst sorgt dafür, dass die Apps auch über Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. Daher müssen die Nutzer nur eine App installieren. Wenn sie in ein anderes teilnehmendes europäisches Land reisen, werden sie auch dort von der Kontaktnachverfolgung profitieren und Warnmeldungen erhalten, sei es in ihrem Heimatland oder im Ausland.

Der Datenaustausch mit dem Server des Abgleichsdienstes bleibt auf ein Minimum beschränkt. Der Server empfängt auf effiziente Weise willkürlich erzeugte Kennungen und leitet sie von einer nationalen App an andere weiter. Außer den von den Apps generierten zufälligen Kennungen werden keine weiteren Informationen verarbeitet. Der Informationsaustausch erfolgt pseudonymisiert und verschlüsselt und bleibt auf das Minimum beschränkt. Alle Daten werden nur so lange gespeichert, wie es für die Rückverfolgung von Infektionen erforderlich ist. Eine Identifizierung einzelner Personen ist genauso unmöglich wie eine Ortung oder Verfolgung der Bewegung von Geräten.

Der Datenabgleichsdienst wurde nach einer Einigung der Mitgliedstaaten auf eine Reihe technischer Spezifikationen eingerichtet, um einen sicheren Informationsaustausch zwischen den Backend-Servern der nationalen Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps auf der Grundlage einer dezentralen Architektur zu ermöglichen. Das System wurde in weniger als zwei Monaten von T-Systems und SAP entwickelt und eingerichtet und wird nun vom Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg aus betrieben.

Quelle: EU-Aktuell v. 19.10.2020



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