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Autor:Prof. Dr. Dirk Heckmann
Erscheinungsdatum:09.04.2021
Quelle:juris Logo
Norm:EUV 2016/679
Fundstelle:jurisPR-ITR 7/2021 Anm. 1
Herausgeber:Prof. Dr. Dirk Heckmann, Technische Universität München
Zitiervorschlag:Heckmann, jurisPR-ITR 7/2021 Anm. 1 Zitiervorschlag

Editorial 7/2021 - Was ist eigentlich „Digitale Kompetenz“?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die rasanten Entwicklungen in der Digitalisierung, die ganz maßgeblich der seit nunmehr einem Jahr grassierenden Corona-Pandemie geschuldet sind, machen weder vor Unternehmen noch vor Behörden, Schulen oder Privatpersonen Halt.

Es ist deutlich: Digitale Kompetenzen sind wichtiger denn je. Welche Schlüsselkompetenzen in der digitalisierten Arbeitswelt in der Verwaltung besonders wichtig sind, hat die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in einem Kompetenzkatalog zusammengestellt.

Betont wird darin, dass es „die eine“ digitale Kompetenz nicht gibt; vielmehr setzt sich Digitalkompetenz aus zahlreichen diversen Facetten zusammen, die – ebenso wie die Digitalisierung selbst – auf unterschiedliche Bereiche verteilt sind. Neben IT- und Medienkompetenz stehen auch Diversity, ethische und soziale Kompetenz auf der Liste. Davon umfasst ist unter anderem die Maxime, die technologischen Möglichkeiten so zu nutzen, dass nicht nur kurzfristige Vorteile, sondern auch mittel- und langfristige Folgen bedacht werden und beispielsweise Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit oder einer diversen, ethischen Datengrundlage für die Entscheidungen und Lernprozesse Künstlicher Intelligenz in die Entwicklung und Anwendung der Technologien einfließen.

Der Katalog zeigt anschaulich auf, dass Digitalisierung ebenso wie digitale Kompetenz ein Thema ist, das eine Vielzahl von Lebensbereichen durchdringt und Wechselwirkungen mit einer ganzen Reihe (teilweise nicht unbedingt naheliegender) Aspekte entfaltet. Als zentrale Erkenntnis lässt sich daraus auch ableiten, dass ein „Aussitzen“ der Digitalisierung ohne individuelle und kollektive Weiterbildung ebenso wenig denkbar ist, wie das Ausruhen auf eventuell vorhandenen Kompetenzen – im Bildungswesen, aber auch in der Arbeitswelt und im privaten Bereich.

In dieser Ausgabe des juris PraxisReports ITR 7/2021 stellt zunächst Matthias Wenn ein Urteil des LG München I vom 03.12.2020 (17 HK O 5744/20, 17 HKO 5744/20) zum Nachahmungsschutz für Werbekonzepte vor. In dieser Entscheidung ging es um die Frage, ob Iglo seinem Konkurrenten Appel Feinkost verbieten kann, mit einer ähnlichen Werbefigur im Seemanns-Look Werbung zu machen (Anm. 2).

Anschließend steuert Christoph Halder einen Beitrag zur Entscheidung des VGH Mannheim (Urt. v. 22.01.2021 - 1 S 3001/19) zum Rechtsschutz gegen eine ablehnende Entscheidung der Datenschutzaufsichtsbehörde über eine Beschwerde nach Art. 78 DSGVO bei (Anm. 3).

Tobias Koch bespricht eine Entscheidung des VGH Mannheim (Beschl. v. 26.02.2021 - 1 S 550/21) über den Anspruch auf Besuch eines Fitnessstudios aus Gründen der Religionsfreiheit im Zusammenhang mit der angeblichen Glaubensgemeinschaft „Kirche des Bizeps“ (Anm. 4).

Sodann befasst sich Ingo Schöttler im Rahmen eines Urteils des LG Frankenthal vom 03.11.2020 (6 O 102/20) mit dem urheberrechtlichen Schutz von Werbetexten im Internet (Anm. 5).

Schließlich ist Luisa Lorenz mit einer Anmerkung zur Entscheidung des LG München I vom 10.02.2021 (37 O 15721/20, 37 O 15720/20) vertreten, die sich mit exklusiven Knowledge-Panels eines staatlichen Gesundheitsportals bei den Google-Suchergebnissen zu bestimmten gesundheitsbezogenen Stichworten befasst (Anm. 6).

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre!

Ihr Prof. Dr. Dirk Heckmann



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