Autor:Prof. Dr. Dirk Heckmann
Erscheinungsdatum:13.09.2019
Quelle:juris Logo
Norm:EUV 2016/679
Fundstelle:jurisPR-ITR 18/2019 Anm. 1
Herausgeber:Prof. Dr. Dirk Heckmann, Universität Passau
Zitiervorschlag:Heckmann, jurisPR-ITR 18/2019 Anm. 1 Zitiervorschlag

Editorial 18/2019

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Bestrebungen, das juristische Arbeitsfeld und auch die Ausbildung zunehmend zu digitalisieren, häufen sich in den letzten Jahren. Nach der nicht so ganz geglückten Einführung des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches (beA) soll in den nächsten Jahren auch die elektronische Gerichtsakte folgen.

Während die Universitäten und Prüfungsämter dem Ableisten von (Examens-)Klausuren noch skeptisch entgegenstehen, machte Sachsen-Anhalt zu Beginn dieses Jahres Schlagzeilen, als es den Referendaren die Möglichkeit einräumte, das zweite Staatsexamen am Computer abzulegen. Zwar wurden die Prüfungsarbeiten anschließend ausgedruckt, um wie bisher üblich von Hand auf Papier korrigiert zu werden, doch scheint ein tatsächliches „E-Examen“ nun realistischer.

Einen anderen Prüfungsabschnitt hat sich indes die Brucerius Law School in Hamburg herausgepickt. Dort arbeitet man an einer Videokorrektur, zäumt das Pferd sozusagen von hinten auf. Die klassisch geschriebenen Klausuren des wöchentlichen Klausurenkurses werden seit einigen Monaten teilweise per Videokorrektur ausgewertet. Die eingescannte Arbeit wird dabei dem Korrektor mittels Cloud zur Verfügung gestellt, nach der Korrektur erhält der Bearbeiter einen Link mit der fertigen Videodatei und kann so genau nachvollziehen, an welchen Punkten der Korrektor ansetzt und wie die Endbewertung schließlich zustande gekommen ist. Die Rückmeldung scheint von beiden Seiten (Bearbeitern und Korrektoren) überwiegend positiv zu sein. Denn viele Anmerkungen und Tipps, gerade in Bezug auf die Klausurtaktik oder kleinere Ungenauigkeiten, finden sich jedoch nicht in den schriftlichen Randbemerkungen wieder. Bei der Videokorrektur sinkt hingegen die Schwelle für solche Anmerkungen, so dass letztlich die Studierenden von einer umfassenden und besseren Korrektur profitieren.

Eine beispielhafte Korrektur ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.lto.de/fileadmin/files/artikel/2019/September/Beispielvideo_BLS.mp4 (zuletzt abgerufen am 09.09.2019).

Es bleibt spannend, wie sich das Thema weiterentwickelt und wann die umfassend digitale E-Klausur dann tatsächlich Realität wird.

Im anschließenden Beitrag widmet sich Jan Spoenle erneut dem Influencer-Marketing. Diesmal steht die Entscheidung des OLG Frankfurt, Beschl. v. 28.06.2019 - 6 W 35/19 im Vordergrund (Anm. 2).

Ob ein Anspruch auf Löschung aller personenbezogener Daten aus einem Online-Bewertungsportal besteht, erläutert Tilman Herbrich (LG Bonn, Urt. v. 28.03.2019 - 18 O 143/18) (Anm. 3).

Mit dem Thema Rabattverbot für die Nutzung kaum verbreiteter Zahlungsmittel beschäftigt sich Uta Stenzel anhand der Entscheidung des LG Berlin, Urt. v. 21.03.2019 - 52 O 243/18 (Anm. 4).

Kevin Philipp Lach geht der Frage nach, ob und in welchem Umfang eine Sperrpflicht des Mobilfunkanbieters bei ungewöhnlicher Nutzung durch den Kunden besteht (AG Salzgitter, Urt. v. 15.07.2019 - 25 C 137/17) (Anm. 5).

Schließlich bespricht Mandy Hrube die Entscheidung des LG Frankfurt, Urt. v. 28.06.2019 - 2-03 O 315/17, zum Recht auf Vergessenwerden aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO (Anm. 6).

Ich wünsche Ihnen eine unterhaltsame Lektüre

Ihr Prof. Dr. Dirk Heckmann


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