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juris-Abkürzung:BSHG§76DV
Fassung vom:21.12.2015 Fassungen
Gültig ab:01.01.2016
Dokumenttyp:Rechtsverordnung
Quelle:juris Logo
FNA:FNA 2170-1-4
Verordnung zur Durchführung des § 82 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch
 
§ 3 Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
(1) Welche Einkünfte zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehören, bestimmt sich nach § 19 Abs. 1 Ziff. 1 des Einkommensteuergesetzes.
(2) 1Als nichtselbständige Arbeit gilt auch die Arbeit, die in einer Familiengemeinschaft von einem Familienangehörigen des Betriebsinhabers gegen eine Vergütung geleistet wird. 2Wird die Arbeit nicht nur vorübergehend geleistet, so ist in Zweifelsfällen anzunehmen, daß der Familienangehörige eine Vergütung erhält, wie sie einem Gleichaltrigen für eine gleichartige Arbeit gleichen Umfangs in einem fremden Betrieb ortsüblich gewährt wird.
(3) 1Bei der Berechnung der Einkünfte ist von den monatlichen Bruttoeinnahmen auszugehen. 2Sonderzuwendungen, Gratifikationen und gleichartige Bezüge und Vorteile, die in größeren als monatlichen Zeitabständen gewährt werden, sind wie einmalige Einnahmen zu behandeln.
(4) 1Zu den mit der Erzielung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit verbundenen Ausgaben im Sinne des § 82 Abs. 2 Nr. 4 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch gehören vor allem
1.
notwendige Aufwendungen für Arbeitsmittel,
2.
notwendige Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
3.
notwendige Beiträge für Berufsverbände,
4.
notwendige Mehraufwendungen infolge Führung eines doppelten Haushalts nach näherer Bestimmung des Absatzes 7.
2Ausgaben im Sinne des Satzes 1 sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie von dem Bezieher des Einkommens selbst getragen werden.
(5) Als Aufwendungen für Arbeitsmittel (Absatz 4 Nr. 1) kann ein monatlicher Pauschbetrag von 5,20 Euro berücksichtigt werden, wenn nicht im Einzelfall höhere Aufwendungen nachgewiesen werden.
(6) Wird für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Absatz 4 Nr. 2) ein eigenes Kraftfahrzeug benutzt, gilt folgendes:
1.
Wäre bei Nichtvorhandensein eines Kraftfahrzeuges die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels notwendig, so ist ein Betrag in Höhe der Kosten der tariflich günstigsten Zeitkarte abzusetzen.
2.
Ist ein öffentliches Verkehrsmittel nicht vorhanden oder dessen Benutzung im Einzelfall nicht zumutbar und deshalb die Benutzung eines Kraftfahrzeuges notwendig, so sind folgende monatliche Pauschbeträge abzusetzen:
a)
bei Benutzung eines Kraftwagens
5,20 Euro,
b)
bei Benutzung eines Kleinstkraftwagens (drei- oder vierrädriges Kraftfahrzeug, dessen Motor einen Hubraum von nicht mehr als 500 ccm hat)
3,70 Euro,
c)
bei Benutzung eines Motorrades oder eines Motorrollers
2,30 Euro,
d)
bei Benutzung eines Fahrrades mit Motor
1,30 Euro
für jeden vollen Kilometer, den die Wohnung von der Arbeitsstätte entfernt liegt, jedoch für nicht mehr als 40 Kilometer. 2Bei einer Beschäftigungsdauer von weniger als einem Monat sind die Beträge anteilmäßig zu kürzen.
(7) 1Ist der Bezieher des Einkommens außerhalb des Ortes beschäftigt, an dem er einen eigenen Hausstand unterhält, und kann ihm weder der Umzug noch die tägliche Rückkehr an den Ort des eigenen Hausstandes zugemutet werden, so sind die durch Führung des doppelten Haushalts ihm nachweislich entstehenden Mehraufwendungen, höchstens ein Betrag von 130 Euro monatlich, sowie die unter Ausnutzung bestehender Tarifvergünstigungen entstehenden Aufwendungen für Fahrtkosten der zweiten Wagenklasse für eine Familienheimfahrt im Kalendermonat abzusetzen. 2Ein eigener Hausstand ist dann anzunehmen, wenn der Bezieher des Einkommens eine Wohnung mit eigener oder selbstbeschaffter Möbelausstattung besitzt. 3Eine doppelte Haushaltsführung kann auch dann anerkannt werden, wenn der Bezieher des Einkommens nachweislich ganz oder überwiegend die Kosten für einen Haushalt trägt, den er gemeinsam mit nächsten Angehörigen führt.

Fußnoten

§ 3 Abs. 1: IdF d. § 1 Nr. 1 Buchst. a V v. 23.11.1976 I 3234 mWv 28.11.1976
§ 3 Abs. 3 Satz 2: Früher Satz 2 u. 3 gem. u. idF d. Art. 8 Nr. 1 G v. 21.12.2015 I 2557 mWv 1.1.2016
§ 3 Abs. 4 Satz 1 Eingangssatz: IdF d. Art. 12 Nr. 4 G v. 27.12.2003 I 3022 mWv 1.1.2005
§ 3 Abs. 5: IdF d. Art. 15 Nr. 1 G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002
§ 3 Abs. 6 Nr. 2: IdF d. § 1 Nr. 1 Buchst. c V v. 23.11.1976 I 3234 mWv 28.11.1976
§ 3 Abs. 6 Nr. 2 Buchst. a: IdF d. Art. 15 Nr. 2 Buchst. a G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002
§ 3 Abs. 6 Nr. 2 Buchst. b: IdF d. Art. 15 Nr. 2 Buchst. b G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002
§ 3 Abs. 6 Nr. 2 Buchst. c: IdF d. Art. 15 Nr. 2 Buchst. c G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002
§ 3 Abs. 6 Nr. 2 Buchst. d: IdF d. Art. 15 Nr. 2 Buchst. d G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002
§ 3 Abs. 7 Satz 1: IdF d. § 1 Nr. 1 Buchst. d V v. 23.11.1976 I 3234 mWv 28.11.1976 u. d. Art. 15 Nr. 3 G v. 21.12.2000 I 1983 mWv 1.1.2002

Fassungen, Zitierungen und Änderungen

 Abkürzung Fundstelle
Zu § 3 BSHG§76DV gibt es drei weitere Fassungen.
§ 3 BSHG§76DV wird von mehr als 51 Entscheidungen zitiert.
§ 3 BSHG§76DV wird von zwei Vorschriften des Bundes zitiert.
§ 3 BSHG§76DV wird von einer Verwaltungsvorschrift der Länder / von Landesverbänden zitiert.
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§ 3 BSHG§76DV wird von einem Kommentar oder Handbuch zitiert.
§ 3 BSHG§76DV wird von vier Vorschriften des Bundes geändert.

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